Es geht ein dunkle Wolk‘ – Ansichten eines 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648)

Samstag, 25. August 2018, 19.00 Uhr
Fischerkirche (erbaut im 17. Jh.), Beelitzer Straße, 14548 Ferch

Aus dem Tagebuch des Söldners Peter Hagendorf

Volkslieder, Liedflugschriften und Werke von Girolamo Frescobaldi, Giovanni Paolo Cima, Barbara Strozzi, Giovanni Battista Fontana und Arne Sanders

Claudia van Hasselt, Sopran
Susanne Fröhlich, Blockflöten
Petteri Pitko, Cembalo
Lotte Greschik, Regie

Eintritt: Vorbestellung 12 €, Abendkasse 14 €

Im Zentrum der Produktion Es geht ein dunkle Wolk ́steht das Tagebuch des Peter Hagendorf, das einzige Zeitdokument des 30jährigen Krieges aus der Sicht eines Söldners.

Das umfangreiche Tagebuch umfasst einen Zeitraum von 25 Jahren innerhalb dessen er 22.500 km zurücklegt und dabei durch Italien, Deutschland, die Spanischen Niederlande und Frankreich zieht. Nüchtern schildert er Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod und bietet einen anschaulichen Einblick in den Alltag, die Haltung und das Denken eines Söldners der damaligen Zeit. Während in weiten Teilen Mitteleuropas der dreißigjährige Krieg wütet und ganze Landstriche verheert und entvölkert, bleiben manche Gegenden vollkommen verschont.

Die Kunst erlebt hier eine Hochblüte. Dieser kulturellen Spaltung zwischen der zerstörerischen Kraft des Krieges, die jegliches intellektuelle und kulturelles Leben zum Erliegen bringt, einerseits und der künstlerischen Blüte andererseits widmet sich der Abend.

Von hier aus öffnet sich die Perspektive vom historischen Kontext in eine grundsätzlich kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Krieges, der Kriegsberichterstattung und der Entmenschlichung auch in der kulturellen Entwicklung einer Gesellschaft.  Die Spaltung zeigt sich besonders eindrücklich in  der  Gegenüberstellung  der historischen Kriegsberichterstattung und den ausgewählten musikalischen Werken.

Das Programm setzt sich zusammen aus geistlichen und weltlichen Werken von Schütz, Schein, Strozzi, Frescobaldi, sowie Volksliedern und zeitgenössisch vertonten Liedflugschriften aus der damaligen Zeit. Die Neuvertonungen der Liedflugschriften auf die ursprünglich zugrunde liegenden Kirchenlieder öffnen den historischen Kontext und offenbaren die Aktualität der Texte.